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LEHRPLAN
Allgemeines
Grundsätzlich ist anzumerken, dass die Vorkenntnisse der
Schüler eine sehr große Rolle spielen, wie weit und wie intensiv
der Lernprozess im Centre de Formation durchgeführt werden kann.
Besonders in den letzten zwei Jahren war auffällig, dass immer
mehr Schüler ins Centre kamen, die einerseits enorme Wissenslücken
aufwiesen und andererseits schulmüde waren und keine Lust am Lernen
hatten. Oft stellte sich dann die Frage, wie weit der Unterricht
differenziert und der jeweiligen Situation des Schülers angepasst
werden kann. In solchen Situationen waren unsere Praktikanten/-innen
oft eine sehr große Hilfe. Ob die Schüler nun 14 oder 17 Jahre alt
waren, hatte in der Regel auf das schulische Niveau kaum einen
Einfluss, höchstens auf die innere Reife. Neben dem Erarbeiten
des nötigen Schulstoffes wird im Centre auch ein großes Gewicht
auf die Ausbildung zur praktischen Handlungsfähigkeit gelegt, zur
Exaktheit und Zuverlässigkeit. Dies wird besonders bei der
praktischen Arbeit oder im Haushalt geübt, was für sehr viele
Schüler absolutes «Neuland» bedeutet und dementsprechend sehr mühsam ist.
Schule und Arbeit werden immer wieder unterbrochen durch interessante
Ausflüge, Wanderungen, Reiten und
größere Reisen, zum Beispiel nach
Afrika. Einen sehr hohen Stellenwert haben auch die mehr besinnlichen
Stunden, in denen über echte Lebensfragen nachgedacht wird, zumal die
meisten Schüler nur die Oberflächlichkeiten des Lebens und sinnlosen
Zeitvertreib kennen.
Horizonterweiterung in der Begegnung mit anderen Kulturen, Entwicklung
von sozialen Fähigkeiten in der Gemeinschaft, Hebung des schulischen
Niveaus und vor allem sich selber kennen zu lernen, das sind die
wichtigsten Ziele des Centre!
Rechnen
Repetition der 4 Grundrechenarten, Brüche, Dezimalbrüche, Dreisatz,
Prozent- und Zinsrechnung.
Algebra
Einführung in das Rechnen mit Variablen (Addition, Subtraktion,
Multiplikation und Division, unter Einbezug von Brüchen mit Variablen.
Umgang mit Klammern (Ausklammern und Klammern lösen) mit verschiedenen
Vorzeichen. Gleichungen und Ungleichungen, ausgehend von einer
Variablen bis zu Gleichungssystemen mit mehreren Variablen.
Potenzen, Wurzeln und Logarithmen
Lehre von linearen Funktionen mit grafischer Darstellung, grafische
Lösung von Gleichungen, grafische Darstellung von Potenzfunktionen,
Wurzelfunktionen, Parabeln und Hyperbeln.
Geometrie
Einführung in die Grundbegriffe: Punkt, Gerade, Strahl, Strecke,
Ebene, Körper, Winkel usw., Messen von Strecken und Winkeln, Verwandlung
in kleinere oder grössere Einheiten. Winkelarten (Komplement und Supplement),
Winkel an geschnittenen Parallelen.
Symmetrie: Achsensymmetrie, Ebenensymmetrie, Drehung und zentrische Symmetrie.
Grundkonstruktionen: Streckenhalbierung, Senkrechte errichten, Winkel halbieren.
Geometrische Oerter.
Dreiecksarten, Winkel im und am Dreieck, Dreieckskonstruktionen (Kongruenzsätze).
Hilfslinien im Dreieck (Mittelsenkrechte, Winkelhalbierende, Schwerelinie, Höhen)
Aufbau der geometrischen Dreieckskonstruktionen.
Vierecke: Quadrat, Rechteck (allg. Parallelogramme), beliebiges Viereck, Trapez.
Kreis: Bezeichnungen und Berechnungen (Kreisumfang, Kreisfläche und Kreisteile),
Tangente, Sehne und Beziehungen zu Dreieck und Viereck.
Flächeninhalt ebener und geradliniger Figuren, Berechnung und Flächenverwandlung,
Lehrsatz des Euklid, des Pythagoras und des Heron, Höhensatz.
Streckenverhältnisse, Strahlensätze, Streckenteilung und Mittelwert.
Stereometrie: Körperberechnung von geraden Körpern, spitze Körper, stumpfe Körper,
Kugel und Kugelteile.
Trigonometrie: Sinus, Kosinus, Tangens und Kotangens.
Berechnung schiefwinkliger Dreiecke: Sinussatz und Kosinussatz.
Einführung in die Goniometrie.
Physik
Theorie und einfachere Berechnungen in Mechanik, Optik, Akustik,
Wärmelehre und Elektrizitätslehre.
Chemie
Vorwiegend anorganische Chemie, Periodensystem, chemische Formelsprache
und Gleichungen.
Informatik
Arbeitsweise des Rechners und der peripheren Geräte, Einführung in die
Betriebssysteme DOS und Windows, Kennenlernen eines Textverarbeitungs-
und Tabellenkalkulationsprogramms (Word und Excel).
Biologie
Anatomie des Menschen: Skelett, Blutkreislauf, Verdauung, Hormone und
Reproduktionsorgane. (Eventuell, je nach Reife der Schüler, Embryologie
im Vergleich zur Stammesgeschichte und der Genesis.)
Botanik, Systematik der Pflanzen und Einführung in die Pflanzenbestimmung.
Kenntnis von mindestens 100 Pflanzen. Heilpflanzenkunde.
(Zoologie wird nicht gegeben.)
Geografie
Kenntnis der gesamten Erde, das heisst wichtigste Länder, Hauptstädte,
Flüsse, Berge, Seen, Meere und andere Besonderheiten wie Vulkane usw.
Astronomie: Kenntnis der wichtigsten Sternbilder (vorwiegend zirkumpolare).
Unser Planetensystem, «Himmelsmechanik», Sonnen- und Mondfinsternis usw.
Seitenblick auf die Astrologie, Darstellung der Sternkonstellation bei
der Geburt.
Geschichte
Entwicklung der Kunst während der Menschheitsentwicklung mit Beginn
in der Frühzeit. Entwicklung der Menschheit durch die verschiedensten
nachatlantischen Kulturepochen mit Schwergewicht der Geschichte vom
Mittelalter bis zur Neuzeit.
Deutsch
Rechtschreibung und Einführung in die neue Rechtschreibung (tritt vom
1. August 1998 bis zum Jahre 2005 schrittweise in Kraft). Fremdwörter.
Korrespondenzarten: Privatbrief, Geschäftsbrief, Kondolenzschreiben usw.
Aufsatzlehre, Lektüre, Dichtung und Prosa.
Grammatik nach klassischer Art: 10 Wortarten, Deklination, Konjugation, Komparation.
Fremdsprachen (Englisch und Französisch)
Ziel: sich in der fremden Sprache in Wort und Schrift, wenn auch in
vereinfachter Form, ausdrücken können.
(Latein, Italienisch und Spanisch kann nur als Selbststudium unter
Begleitung angeboten werden.)
Malen/Plastizieren
Innerhalb des künstlerischen Unterrichtes werden die Schüler an
verschiedene Bereiche der gestaltenden Formkräfte, sei es am Tier,
dem Menschen oder an der Landschaft, herangeführt. Vom eigenen Erleben
ausgehend wird versucht, selbst formgebend der Stofflichkeit diese
Gesetze, welche ihr innewohnen, abzuringen.
An diesen Widerständen sich zu überwinden und vor der eigenen Begegnung
nicht zurückzuschrecken ist ein Hauptziel dieser Arbeit. Sind die Fähigkeiten
in entsprechender Weise vorhanden, führt die Arbeit auch in eigne Porträts
oder in freies plastisches oder malerisches Gestalten hinein.
Die Fächer Turnen, Handwerk, Garten,
Hauswirtschaft werden nicht als Unterrichtsstunden gegeben, sondern im
praktischen Alltag unter Anleitung erübt. Das Fach
Musik/Gesang wird in der Regel durch Gastlehrer oder
musikalisch begabte Praktikanten/-innen geleitet.
Ein sehr großes Gewicht wird darauf gelegt, dass sehr viele Uebungen bzw.
Aufgaben gemacht werden müssen, um das Gelernte zu festigen.
Eine unserer schwierigsten Aufgaben ist die, den Jugendlichen eine
Lernhaltung zu vermitteln und den persönlichen Willen zu stärken.
Lesen Sie auch: Hausordnung, Stundenplan
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